Google Consent Mode 2.0 | Pflicht ab 2024?

Der Google Consent Mode 2.0 - Was Sie jetzt tun müssen

Thomas Rittsche | Technologie

Google hat mit dem Consent Mode 2.0 eine neue Version des Google Consent Modes eingeführt, der ab März 2024 Voraussetzung dafür ist, damit bestimmte Funktionen wie das Bilden von Zielgruppen über Google Analytics oder Google Ads Tagging noch funktionieren. Sollten diese Funktionen für Sie wichtig sein, sollten Sie weiterlesen. In unserem Artikel klären wir die folgenden Fragen:

 

Unter dem Begriff "Consent" versteht man die Zustimmung des Nutzers zu Funktionen, die über die eigentlichen Funktionen der Webseite hinausgehen. Das Tracking des Nutzerverhaltens ist ein Beispiel für eine solche Funktion, die unter bestimmten Umständen die Zustimmung des Nutzers benötigt.

Der Consent Mode ist ein Versuch von Google, bei verbessertem Datenschutz weiterhin ausreichend Daten zu sammeln, um Besucherverhalten zu verstehen und Zielerreichungen (Conversions) zu modellieren, wenn der Nutzer dem Tracking widersprochen hat. Über den Consent Mode können auch dann reduzierte Trackingdaten zum Nutzerverhalten und Informationen zum erteilten bzw. nicht erteilten Consent an Google gesendet werden, wenn der Nutzer einem Tracking nicht zugestimmt hat.

Der Consent Mode 2.0 ist die neue Version des Consent Modes. Dabei werden zwei weitere zusätzliche Signale an Google geschickt, die Auskunft über die Consent-Lage geben. Das Signal "ad_user_data" informiert über die Zustimmung zur Nutzung der Daten zu Werbezwecken, das Signal "ad_personalisation" über die Zustimmung zu Daten für personalisierte Werbung. Beim Consent Mode 2.0 muss man außerdem zwischen zwei Modi unterscheiden.

Der Consent Mode 2.0 im "Basic Mode"

Der "Basic Mode" entspricht den aktuell überwiegend üblichen Implementierungen von Consent Management und Google Tracking. Dabei wird zuerst die Zustimmung des Nutzers zum Tracking abgefragt, bevor das Google Tracking gefeuert wird. Zusätzlich werden aber nun Informationen zum Nutzer-Consent an Google gesendet und das auch nur, wenn der Nutzer dem Tracking vorher zugestimmt hat.

Der Consent Mode 2.0 im "Advanced Mode"

Beim "Advanced Mode" feuert das Google Tracking auch dann, wenn der Nutzer dem Tracking eigentlich widersprochen hat. Auch wenn Google selbst beteuert, in diesem Fall nur stark reduzierte Trackingdaten, sogenannte "Pings", zu senden, ist der "Advanced Mode" aus Datenschutzperspektive sehr umstritten. Aus diesen Gründen raten wir von einer Implementierung des Consent Modes im "Advanced Mode" ab.

Was muss ich jetzt konkret tun?

Nutzen Sie eines dieser Google-Produkte:
  • Google Analytics
  • Google Ads
  • Floodlight oder
  • Conversion-Verküpfung
empfehlen wir Ihnen, den Consent Mode 2.0 zu aktivieren, damit Funktionen wie das Bilden von Zielgruppen oder die Übermittlung von Conversions weiterhin funktionieren.

Setzen Sie eine sogenannte "Consent Management Platform" (CMP) zur Abfrage und Verarbeitung der Zustimmung des Nutzers zu Tracking- und Marketingaktivitäten auf Ihrer Website ein, kann der Consent Mode 2.0 häufig dort aktiviert werden.

Consent Mode 2.0 in Usercentrics aktivieren

Bei Usercentrics aktivieren Sie den Consent Mode 2.0 im Bereich "Configurations" über die Funktion "Google Consent Mode".

Consent Mode 2.0 in CCM19 aktivieren

Nutzen Sie CCM19 als Consent Management Platform in Kombination mit dem Google Tag Manager, aktivieren Sie den Consent Mode 2.0 dort bei den Einstellungen zum Google Tag Manager.
Nutzen Sie keinen Google Tag Manager und haben beispielsweise Google Analytics über CCM19 eingebunden, finden Sie die Einstellungen zum Consent Mode 2.0 bei den Einstellungen zu Google Analytics.

Consent Mode 2.0 bei Cookiebot aktivieren

Bei Cookiebot ist der Consent Mode 2.0 bereits aktiv, ohne dass Sie etwas tun müssen. Trotzdem empfiehlt Cookiebot weitere Einstellungen bezüglich des Consent Modes vorzunehmen.

Andere CMPs und Eigenentwicklungen

Setzen Sie andere Consent Management Plattformen als die hier genannten ein, informieren Sie sich bitte direkt beim Anbieter. Nutzen Sie eine Eigenentwicklung zur Verwaltung der User Consents, finden Sie hier Hinweise von Google zur Implementierung des Consent Modes.

Wie erkenne ich, ob der Consent Mode 2.0 aktiviert ist?

Der einfachste Weg zu prüfen, ob der Consent Mode aktiv ist, ist es, den Google Tag Assistant zu nutzen. Dort können Sie die Adresse Ihrer Website eingeben und prüfen, ob die für den Consent Mode 2.0 notwendigen Informationen an Google übertragen werden. Prüfen Sie dazu, ob Sie in der Spalte "Summary" links ein Ereignis mit dem Namen "Consent" finden. Wenn Sie auf dieses klicken und außerdem den Reiter mit dem Namen "Consent" im rechten Bereich aktivieren, sehen Sie die Consent-Informationen, die an Google gesendet werden. Diese sollten die beiden Attribute "ad_user_data" und "ad_personalisation" enthalten. Außerdem sollten die zu diesen Attributen übergebenen Werte ("granted" oder "denied") den aktuellen Nutzer-Consent widerspiegeln.

Ist der Consent Mode 2.0 nicht aktiviert, zeigt Google Analytics 4 zudem seit Kurzem eine Meldung in den Einstellungen der Data Streams an.

Ich habe den Consent Mode 2.0 aktiviert. Was bedeutet das aus DSGVO-Perspektive?

Wenn Sie den Consent Mode 2.0 im "Basic Mode" aktiviert haben, also nur dann Daten an Google übertragen, wenn der Nutzer dem zugestimmt hat, hat das aus unserer Sicht keine negativen Auswirkungen auf den Datenschutz.
Vom Einsatz des Consent Modes 2.0 im "Advanced Mode" raten wir aus Datenschutzperspektive derzeit ab.

Ist der Google Consent Mode 2.0 Pflicht ab 2024?

Der Google Consent Mode 2.0 ist rechtlich nicht verpflichtend. Aus DSGVO-Perspektive gilt nach wie vor der Grundsatz, dass Sie die Zustimmung des Nutzers einholen sollten, wenn Sie Google Analytics oder Trackingfunktionen anderer Google-Produkte nutzen. Daran ändert der Consent Mode 2.0 nichts.
Auch Ihr Google Analytics Tracking sollte, abgesehen von Funktionen wie der Bildung von Zielgruppen zum Remarketing, weiterhin funktionieren, wenn Sie den Consent Mode 2.0 nicht implementieren.

Ich nutze keine Zielgruppen und schalte auch keine Google Ads. Sollte ich den Consent Mode 2.0 trotzdem aktivieren?

Aus unserer Sicht sind mit dem Consent Mode 2.0 im "Basic Mode" keine Nachteile verbunden. Eine Implementierung ist, mit Hinblick auf zukünftige Bemühungen von Google, Datenschutzanforderungen besser nachzukommen, möglicherweise eine Investition in die Zukunft.

Sollten Sie weitere Fragen zum Google Consent Mode 2.0 haben, Hilfe bei der Einrichtung oder Unterstützung bei Consent Management, Webanalyse oder Dateninterpretation  benötigen, sprechen Sie uns bitte an!