Brains on Silicon 2026
Brains on Silicon 2026: Unsere Highlights zwischen KI-Forschung und Praxis
Als Dresdner Agentur ist der Besuch der mittlerweile wichtigsten KI-Konferenz in den neuen Bundesländern fast schon Pflicht. Und wir wurden nicht enttäuscht. Denn die Brains on Silicon 2026 hatte ein starkes, vielseitiges Programm. Zahlreiche Vorträge brachten Perspektiven aus Wirtschaft, Forschung und Technologie zusammen und zeigten, wie weit der praktische Einsatz von KI inzwischen in vielen Bereichen vorangeschritten ist. Unter dem Motto „Closing the implementation gap“ stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie KI sinnvoll in Prozesse, Produkte und Arbeitsweisen integriert werden kann.
KI-Adoption: vom Experiment in die Prozesse
Zu den zentralen Themen gehörten agentische Workflows. In mehreren Vorträgen ging es um KI-Systeme, die komplexere Aufgaben über mehrere Schritte hinweg bearbeiten und dabei zunehmend selbstständig Teilaufgaben übernehmen können. Entscheidend ist, welche Prozesse sich dafür eignen, wo menschliche Entscheidungen notwendig bleiben und wie Unternehmen ihre Strukturen dafür anpassen müssen.
Ebenso präsent waren Governance, messbarer Nutzen und digitale Souveränität. Für den produktiven Einsatz von KI braucht es klare Verantwortlichkeiten, Standards und Kriterien, mit denen sich der tatsächliche Mehrwert bewerten lässt. Gleichzeitig gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Unternehmen Abhängigkeiten reduzieren und europäische Infrastruktur, eigene Modelle oder souveräne Lösungen sinnvoll einsetzen können.
Auch die Zusammenarbeit von Mensch und KI verändert Rollen und Anforderungen. Urteilsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und der Umgang mit neuen Formen der Zusammenarbeit werden wichtiger. Mit Physical AI rückte zudem die Verbindung von KI mit physischen Systemen wie Robotik, autonomen Systemen und digitalen Zwillingen in den Blick.
Über die verschiedenen Themen hinweg wurde vor allem eines deutlich: Mit dem zunehmenden Einsatz von KI rücken organisatorische, wirtschaftliche und strategische Fragen stärker in den Vordergrund.
Richard Socher und selbstverbessernde KI
Eines unserer persönlichen Highlights war Richard Socher. Der You.com-Gründer gab Einblicke in sein Unternehmen Recursive, das an einer KI arbeitet, die sich selbst verbessern soll.
Der Ansatz orientiert sich an der wissenschaftlichen Methode: Das System entwickelt Ideen, setzt sie in Code um und überprüft die Ergebnisse anhand von Experimenten. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen anschließend in den nächsten Durchlauf ein. So entsteht ein fortlaufender Prozess, in dem das System aus seinen eigenen Ergebnissen lernen soll.
Für uns war vor allem dieser Entwicklungsansatz interessant. Er zeigt, wie KI künftig stärker an Aufgaben arbeiten könnte, bei denen Hypothesen getestet, Ergebnisse bewertet und daraus neue Lösungsansätze entwickelt werden. Sochers Botschaft war, die Entwicklung mit Neugier und Gestaltungswillen zu begleiten und den Blick stärker auf die Möglichkeiten zu richten.
Philipp Klöckner über die Ökonomie von KI
Ein weiteres Highlight war Philipp Klöckners datenreicher Blick auf den KI-Markt. Eine der wichtigsten Entwicklungen war für ihn der schnelle Preisverfall bei vergleichbarer KI-Leistung. Inferenz wird günstiger, leistungsfähige Open-Source-Modelle rücken näher an die Frontier-Modelle heran und Leistungsniveaus, die vor kurzer Zeit noch hohe Kosten verursacht haben, werden auf deutlich günstigerer Hardware verfügbar.
Parallel dazu investieren die großen Hyperscaler enorme Summen in Rechenzentren, Chips und Infrastruktur. Sinkende Kosten für die Nutzung von Modellen können gleichzeitig dazu führen, dass KI-Anwendungen für weitere Unternehmen und Anwendungsfälle wirtschaftlich interessant werden.
Klöckner zeigte außerdem, wie stark sich der Wettbewerb zwischen OpenAI, Anthropic, Google und chinesischen Anbietern entwickelt. Für uns besonders relevant war sein Blick auf KI in der Softwareentwicklung. Dieser Bereich eignet sich laut Klöckner gut als Einstieg in Enterprise AI, weil Ergebnisse strukturiert sind, sich die Qualität vergleichsweise gut überprüfen lässt und Verbesserungen direkt messbar werden.
Unser Fazit zur Brains on Silicon 2026
Für uns bestätigt sich aus den verschiedenen Vorträgen vor allem eine Entwicklung: Die technische Leistungsfähigkeit von KI allein entscheidet noch nicht darüber, ob daraus eine sinnvolle Anwendung entsteht. Mindestens genauso relevant sind geeignete Prozesse, klare Ziele, verlässliche Daten, Governance und die Frage, wie sich ein konkreter Nutzen messen lässt.
Für unsere Arbeit heißt das weiterhin, zuerst zu klären, welches Problem gelöst oder welcher Prozess verbessert werden soll. Erst daraus lässt sich ableiten, wo KI sinnvoll eingesetzt werden kann und welche technische Lösung dafür geeignet ist.
Danke an Stefan Queiser, René Mittag und das ganze Team von Brains on Silicon für zwei inhaltlich starke Tage, die unterschiedlichen Perspektiven und eine rundum gelungene Veranstaltung in Dresden!
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